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Diving with Tiger Sharks - African Dive Adventures Guest Book

"Durch „Verschweigen“ dieser wenigen einzigartigen Orte? Oder vielleicht doch besser durch Aufklärung, um ein besseres Verständnis für die komplexen maritimen Zusammenhänge zu schaffen? In der Hoffnung, die Verantwortungsbewussten und Hilfsbereiten unserer Zunft anzusprechen, habe ich mich also nun doch für letzteres entschieden, wobei die eigentliche Arbeit zum Schutz der Haie von Roland und seinem Team vor Ort geleistet wird. Alle hirnlosen Adrenalin-Junkies, die rücksichtslos ihre eigenen Interessen verfolgen, um daheim an der Theke mit mörderischen Haibegegnungen prahlen zu können, sollten sich also spätestens jetzt doch lieber für einen Tauchurlaub in der heimischen Badewanne entscheiden.

Doch nun ein exemplarischer Tagesablauf an den Protea Banks. Wir waren im Breaker View untergebracht, das sich für Taucher in erster Linie durch die unmittelbare Nähe zur Kit-Up-Area auszeichnet. Das ist ein nicht zu unterschätzender Vorteil, denn Roland betreibt dort sein Open-Air-Office ohne grossen Schnickschnack. Man kann sich also beqüm auf der grossen Terrasse vor seinem Appartement vorbereiten und dabei den phantastischen Blick auf den „Hafen“ und den Strand von Shelly Beach geniessen. Direkt am Breaker View ist übrigens eine webcam angebracht, die genau diesen Ausblick einfängt. Nicht nur einmal konnten wir von dort am frühen Morgen Delphine beobachten, aber wir hatten noch mehr Glück und konnten sogar Buckelwale sehen. Fertig angerödelt geht es dann die ca. 150m zum Treffpunkt, zur besagten Kit-Up-Area. Hier werden dann Flaschen und Blei ausgegeben, auf Vorbestellung ist auch Nitrox erhältlich. Während ein Teil der Crew das Boot vorbereitet, kann man in aller Ruhe sein Equipment zusammenbasteln.

Dann erfolgt das Briefing, welches an dieser Stelle ganz besonders erwähnt werden muss. Ich habe noch nie eine so intensive Vorbesprechung erlebt und kann nur nachdrücklich empfehlen, hier genau zuzuhören! Um es vorweg zu nehmen, ich habe mich bei jedem Tauchgang mindestens zu 95% sicher gefühlt. Die fehlenden 5 Prozent resultierten hier jedoch nicht aus einer Nachlässigkeit der Crew, sondern vielmehr aus der Tatsache, dass es leider ab und an einen Trottel gab, der sich eben nicht an die Anweisungen gehalten hat. Schon die “normalen” Tauchgänge haben es in sich, doch jeder sollte spätestens dann in sich gehen, wenn er vor den “gebaiteten” zusätzlich eine Erklärung unterschreiben muss, dass es sich hier um einen „High-Risk-Dive“ handelt. Doch ich möchte in keiner Weise ängste schüren, wie schon gesagt, das Team um Roland arbeitet äusserst professionell und man kann wirklich jede Menge Spass haben.

Nachdem alles vorbereitet wurde, wird dann gemeinsam das Boot zu Wasser gelassen. Jetzt ist Man-Power gefragt, denn die See kann ganz schön kabbelig sein. Auch hier bitte den Anweisungen des Skippers folgen und nicht einfach nach dem Motto „Ich bin drin, wir können losfahren!“ reinhüpfen, während sich die anderen bemühen, das Boot festzuhalten, damit im tieferen Wasser die Motoren gestartet werden können! Die Fahrt durch die Brandung ist dann gelegentlich schon etwas heftig. Ich persönlich hatte dabei immer ein breites Grinsen im Gesicht, andere Touristen haben für diesen Spass nämlich extra ein Boot gemietet und mussten richtig Geld bezahlen. Nach diesem kleinen Abenteür wird die Ausfahrt aber wesentlich ruhiger und via GPS werden die Tauchgebiete angesteürt. Dennoch empfehle ich den nicht wirklich Seefesten unter euch, mittels Pflaster oder Pille ein wenig Prophylaxe zu betreiben. Gerade wenn die Motoren abgeschaltet werden und das Boot durch die Wellenberge dümpelt, wurde dem ein oder anderen schon mal etwas mulmig. Am Ziel angekommen wird dann jedenfalls der Rest der Ausrüstung angelegt und auf „3 – 2 – 1“ lässt man sich nach hinten ins Wasser fallen. Da die Strömung mitunter schon etwas stärker sein kann, ist es wirklich wichtig, dass alle gleichzeitig ins Wasser kommen und ohne Pause sofort aktiv als Gruppe abtauchen. Und dann... Leute! Dann werdet ihr etwas erleben, das zumindest bei mir zu unvergleichlichen Glücksgefühlen führte und das ein oder andere Mal hatte ich sogar Pippi in den Augen. Schon nach meinem vierten Tauchgang hatte ich eigentlich alles erlebt, wovon ich mein ganzes Taucherleben geträumt hatte. Hammerhaie im Big Blü, Sandwiesen mit unzähligen Gitarrenrochen, Sandtiger in den Höhlen, Blacktips, Zambesis und Tigerhaie am Bait. Das eindrucksvollste Erlebnis war für mich ein grosser Tigerhai, der einige Male die Trommel mit dem „Geruchsköder“ (Bait) umkreiste und sich dann für die silbernen Streifen auf meinen Splitfins interessierte. Geradezu behutsam nahm er unter mir mit diesen merkwürdigen Dingern Kontakt auf, stupste mich sanft an und wendete sich dann wieder dem Köder zu. Völlig berauscht von dieser Begegnung wollte ich eigentlich gar nicht mehr aus dem Wasser. Doch irgendwann ist eben jede Flasche mal leer und somit blieb beim Austauchen nur die Vorfreude auf eine andere Pulle – mein Dekobier! Die Rückfahrten waren manchmal auch lustig. Je nach Höhe des Wasserstandes kachelten wir durch die Brandung und steürten auf das Ufer zu, um dann ungebremst auf dem Strand zu landen. Und da war es wieder... dieses breite Grinsen!

Aber Südafrika bietet weitaus mehr, als „nur“ das Tauchen. Land und Leute sind schon faszinierend. Wir waren ein paar Tage im Hluhluwe Nationalpark auf Safari, besuchten Lake Eland und Oribi Gorge – Amazing! Doch das ist ein andere Geschichte...

Abschliessend unseren herzlichen Dank an alle, die diesen Traumurlaub ermöglichten und mit Rat, Tat und Hilfe zur Seite standen. Roland hat offensichtlich sehr gute Verbindungen dort unten und ermöglichte es unter anderem auch, dass mein defektes Jacket in Umkoomas repariert werden konnte.

Mein besonderer Dank gilt Mr. Graeme S. Grant, der von Roland zu seinem Abschied von African Dive Adventures als „Baitmaster“ ausgezeichnet wurde. Er ermöglichte es mir, mich nicht wie ein Tourist, sondern wie eine „local person“ zu fühlen und integrierte mich in die Welt von Shelly Beach Harbour.

Dear Graeme... friendship for a lifetime! May you stay 40 years in heaven…

Last but not least möchte ich noch erwähnen, dass es sich bei diesem Bericht um meine ganz persönlichen Erfahrungen handelt. Sicherlich gibt es noch andere tolle Tauchgebiete, andere Crews, die klasse arbeiten und auch andere gute Unterkünfte. Aber dort bin ich nicht gewesen und deshalb kann ich sie auch nicht beurteilen! Ich schrieb diesen Bericht nicht, weil ich kommerzielle Interessen verfolge, sondern weil ich euch eine von vielen Möglichkeiten für einen ganz besonderen Urlaub in Südafrika aufzeigen möchte. Wer noch Fragen hat... feel free!"

Franzel


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